Hefe selbst mixen mit dem Thermomix®

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Hefe ist aus einem Haushalt, in dem viel gebacken wird, nicht wegzudenken. Fluffige Brötchen, kernige Brote, leckerer Pizzateig und tolle Kuchen – sie alle benötigen Hefe, um perfekt zu gelingen. Wenn du mal keine Hefe im Haus hast und trotzdem backen möchtest, kannst du dir aber auch selbst Hefe mixen. Du benötigst dazu nur 3 Zutaten: Bier, Mehl und Zucker. Wie das genau funktioniert und welches Backergebnis wir damit erzielt haben, verrate ich dir in diesem Beitrag.

Nachtrag und Ergänzung: Wir haben bisher lediglich die hier im Beitrag aufgeführten Teige mit der Bierhefe gebacken und das beschriebene Ergebnis erzielt. Einige von euch haben versucht, Brote damit zu backen und waren vom Ergebnis enttäuscht. Wir bleiben weiter dran und versuchen, einen Experten zum Thema Hefe zu bekommen, der uns noch weitere Tipps zur Vorgehensweise geben kann. Wenn du Brot backen möchtest, versuche aber auch unbedingt, einen Sauerteig anzusetzen. Dann kommst du ganz ohne Hefe aus und erzielst ein tolles Ergebnis. Wie du den perfekten Sauerteig erhältst, erfährst du in diesem Beitrag. Viele, tolle Rezepte für Sauerteigbrote haben wir außerdem im mein ZauberTopf-Club für dich.

Hefe selbst mixen mit dem Thermomix® – Die Zutaten

Für 1 Portion für 500 g Mehl

  • 100 g Bier (z. B. Weißbier oder Hefeweizen)
  • 10 g Mehl
  • 5 g Zucker

Hefe selbst mixen mit dem Thermomix® – Die Zubereitung

Hefe mit dem Thermomix® selbst machen – Foto: Nicole Stroschein
Hefe mit dem Thermomix® selbst machen – Foto: Nicole Stroschein
  1. Bier, Mehl und Zucker in den Mixtopf geben und 10 Sek. | Stufe 4 vermengen. In ein Glas umfüllen, abdecken und über Nacht stehen lassen.
  2. Vor der Verwendung einmal durchrühren und dann jeweils 1 Würfel Hefe damit ersetzen.

Nährwerte pro Portion: 165 KCAL | 1.5 G E | 0.1 G F | 32.5 G KH

Tipps, Handhabung & Infos:

Wichtig: Wenn du die Bierhefe nutzt, gibst du ja rund 100 ml Flüssigkeit extra zu deinem Teig. Reduziere also die Flüssigkeitsmenge des Ursprungs-Rezeptes um genau diese Menge, sonst wird der Teig leicht zu klebrig. Die selbstgemixte Hefe ist auch lange nicht so triebstark wie gekaufte. Der Teig braucht also in jedem Fall mehr Zeit.

Ich habe die Bierhefe während der Gehzeit immer mal wieder beobachtet, um evt. Veränderungen festzustellen. Abgesehen davon, dass sich das Mehl abgesetzt hat, gab es aber keine wesentlichen Änderungen. Keine Blasenbildung o. ä.. Etwa 16 Stunden nach dem Ansetzen habe ich sie dann verarbeitet und einfach wie frische Hefe eingesetzt.

Hefe selbst mache im Thermomix®, der Teig – Foto: Nicole Stroschein
Hefe selbst mache im Thermomix®, der Teig – Foto: Nicole Stroschein

Ich entschied mich für den Teig unserer schnellen Sonntagsbrötchen und nahm ihn als Grundlage für eine Art Pide, also Teigschiffchen mit unterschiedlichem Belag, und ein kleines Ciabatta.

Anhand dieses Teiges kann ich sagen: Es funktioniert tatsächlich! Der Teig ist nicht so aufgegangen, wie er es bei einem ganzen  Würfel getan hätte. Nach ca. 1 Stunde Gehzeit, habe ich ihn aber gut verarbeiten können. Er war sehr geschmeidig und schlug auch kleine Bläschen. Insgesamt war er recht schwer und klebrig, das ist beim Ausgangsrezept aber auch nicht anders. Zum Verarbeiten habe ich deshalb großzügig Mehl verwendet.

Geschmacklich waren sowohl die Pide als auch das Ciabatta absolut lecker. Von meiner Seite also eine klare Empfehlung. Wenn du kein Bier verwenden möchtest, kannst du übrigens auch Hefewasser mit einer Dattel ansetzen:

Hefe selbst mixen mit Datteln

  • 500 g Wasser
  • 1 getrocknete und ungeschwefelte Dattel
  • 1 TL Rohrohrzucker (alternativ weisser) oder Honig

Die Zutaten in eine Flasche geben und gut durchschütteln. Die Flasche stellst du an einen warmen Ort (ca. 25 °C) und lässt die Flüssigkeit 8 Tage lang gehen. Einmal am Tag schüttelst du das Ganze und öffnest die Flasche, um Gase entweichen zu lassen. Danach verwendest du auch je 100 g der selbstangesetzten Hefe zum Backen.

Weitere Infos und Erfahrungswerte dazu findest du auch bei Simply Yummy und auf dem Blog von Sally.

Hier noch ein paar Fotos von meinem Backergebnis. Trau dich doch auch mal an deine eigene Bierhefe und lass mich wissen, wie sie dir gelungen ist. Ich werde auch noch weitere Rezepte ausprobieren und halte dich auf dem Laufenden.

Und solltest du keinen Thermomix® haben, kannst du das Gemisch natürlich auch ganz einfach mit einem Löffel anrühren. Achte nur darauf, dass das Mehl keine Klümpchen bildet.

Hefe selbst machen mit dem Thermomix®, Pide – Foto: Nicole Stroschein
Hefe selbst machen mit dem Thermomix®, Pide – Foto: Nicole Stroschein
Hefe selbst machen mit dem Thermomix®, Ciabatta – Foto: Nicole Stroschein
Hefe selbst machen mit dem Thermomix®, Ciabatta – Foto: Nicole Stroschein

Nachtrag:

Beim zweiten Test der Flüssighefe, habe ich einen Pizzateig angesetzt. Er ist bei weitem nicht so stark aufgegangen wie dies sonst der Fall war, ließ sich aber gut verarbeiten und schmeckte meiner ganzen Familie ganz hervorragend. Als der Käse perfekt gebräunt war, war der Teig noch recht hell, aber lecker. Hier ein Fotobeweis.

Pizza mit Bierhefe – Foto: Nicole Stroschein
Pizza mit Bierhefe – Foto: Nicole Stroschein

Perfekt für Pinterest:

Hefe selbst machen mit dem Thermomix® – Foto: Nicole Stroschein

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Hefe selbst mixen mit dem Thermomix®
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21 Gedanken zu „Hefe selbst mixen mit dem Thermomix®“

    • Hallo Kathy,

      ich habe bisher noch keinen Zopf damit gebacken, denke aber, dass es auch funktioniert.
      Die Milchmenge würde ich um 100 g reduzieren, alternativ kannst du auch etwas mehr Mehl in den Teig geben.
      Probiere einfach aus, wie er sich am Besten verarbeiten lässt.

      Viele Grüße

      Antworten
  1. Soll die Hefe im Glas mit einem Deckel quasi luftdicht verschlossen werden oder nur mit einem Tuch abgedeckt werden?
    Und wo soll das Glas während des Prozesses aufbewahrt werden? Kühlschrank oder nicht?

    Danke 🙂

    Antworten
    • Ich habe nur ein Tuch auf das Glas gelegt, bzw. einen Korkdeckel. Während des Prozesses habe ich das Glas bei Zimmertemperatur stehen lassen.

      Viele Grüße

      Antworten
  2. Vielen Dank für diese tolle Idee. Ich habe heute zum wiederholten Male keine frische und auch keine Trockenhefe bekommen.
    Werde gleich einen Ansatz machen; Bier haben wir immer da😊

    Antworten
  3. Die
    Idee ist prima. Ich werde es in den nächsten Tagen mit Hefeweizen ausprobieren. Ein frischer Zopf zu Ostern wäre doch toll.

    Antworten
  4. Ich habe es ausprobiert, alles genau nach Rezept, und heute nach 17 Stunden ein 500 g Brot gebacken.
    Das Brot ist 0,0% aufgegangen.
    Wird von mir definitiv nicht wiederholt. Schade um die Zutaten.

    Antworten
  5. Hallo Ihr Lieben – sowohl Macher als auch Leser.

    Als Ingenieur würde ich euch gerne (sofern erlaubt) eine Kleinigkeit ans Herz legen.
    Hier wie auch auf anderen Webseiten in dieser Zeit bestehen die immer gleichen Probleme mit leider völlig unzureichenden Infos, teilweise eher aus der Hüfte geschossen.

    Dazu konstruktiv für Euch folgendes:

    Ein Prozess muss vollständig beschrieben sein. Daher:

    1.) Stelle ich mit dem beschriebenen Verfahren reine Hefekulturen her, die ich aus einem Brei / einer Flüssigkeit noch irgendwie entnehmen muss/kann/soll, oder wird ein womöglich angesetzter Brei am Ende nur einen Anteil an (schlecht sichtbarer) Hefe enthalten, sodass ich meinem Backvorhaben diesen gesamten Brei inkl. aller weiterer Aromen und Zutaten (Biergeschmack etc.) zudosieren muss?

    2) Der Prozess: Dauer, Temperatur, Behälter, Umgebung; Handhabung. Die meisten Webseiten (so eigentlich auch hier) gehen nur bis zum Punkt “ALLLES ZUSAMMENKIPPEN, STEHEN LASSEN, FERTIG“.
    Leute: Was kippe ich ab, was entnehme ich, was nutze ich als Gesamtbrei. Muss ich etwas verschliessen, welche Temperatur soll über welche Zeit einwirken. Wie sauber muss ich arbeiten, denn: Wenn Hefe wächst, dann wachsen auch Keime – und zwar in einer warmen verschlossenen Umgebung in wirklich kritischem Ausmaß. Das kann mal richtig nach Hinten losgehen.

    3) Wo kommt die Hefe denn her? Wenn ich schon einen Blog betreibe, dann überlege ich, was mit den Komponenten genau ist und was man dazu recherchieren kann, bevor ich anderen was empfehle.
    Bier. Einfach ein Bier? “Ich hab n Pils genommen“. Bei Bier gibt es obergärige und untergärige Sorten. Nicht ohne Grund wird ein sogenanntes “Helles“ in den meisten Fällen vorgeschrieben.
    Es existieren nämlich völlig unterschiedliche Methoden, Bier zu brauen und somit in Folge auch unterschiedliche Chancen, damit Hefe zu produzieren. Ganz sicher ist das nicht hilfreich, wenn man das nicht vorher recherchiert.

    Es kursieren Rezepte mit bevorzugt “Bier, Kartoffeln, Zucker, Wasser“ und “ungeschwefeltem Trockenobst, Zucker Wasser“. Und nicht mal dort weisen die meisten darauf hin, wo man dann Hefe als sich absetzende Masse am Boden entnehmen kann und wo man halt den gesamten Brei in den Teig kippen muss.

    Dies alles verursacht im Fall von unzureichenden Infos einen riesen Karton voller Fehlversuche – wie hier bereits von einer Leserin geschrieben. Dennoch ist es ohne Weiteres absolut möglich, selbst Hefe herzustellen und backtechnisch eben erfolgreich zu sein.

    Daher bitte lieber Zaubertopf – nciht böse sein, ist konstruktiv gemeint und auf Deiner Webseite nun eine kleine exklusive Info. Und in der Tat war es im Fehlversuch schade um die Zutaten, da war wohl noch einiges unklar – ev. eben genau außer der Biersorte.

    Ansonsten finde ich es absolut toll, dass es sowas wie diese Webseite einfach so für alle gibt und das sollte weiter verbreitet sein, denn es hilft vielen und tut gut. Liebe Grüße!

    Antworten
    • Lieber Skyline-Koch,

      vielen Dank für diesen ausführlichen Kommentar und die vielen Anmerkungen.
      Vielleicht hast du ja Lust, unseren Lesern ganz genau zu erklären, wie sie Hefe selbst herstellen können,
      dann wären viele Fragen auf einen Schlag aus der Welt.

      Liebe Grüße zurück

      Nicole

      Antworten
      • Hallo Nicole,

        da machst du es dir ein wenig einfach. Es sind zahlreiche Kommentare hier, die darauf schließen lassen, daß es „so einfach“ nicht ist, Bierhefe herzustellen.
        genau darauf zielt auch der Kommentar von Skyline-Koch.
        Vielleicht setzt DU Dich hier mit den Fragen einmal auseinander, schließlich bist Du die Urheberin.

        Gruß
        Thomas

        Antworten
        • Hallo Thomas,

          vielen Dank für deinen Kommentar. Es handelt sich bei diesem Beitrag um ein Experiment, den Vorgang und meine Ergebnisse dokumentiere ich ja deshalb auch genau so. Und ich experimentiere und recherchiere auch weiter und lasse euch sofort wissen, wenn es neue Erkenntnisse gibt.

          Wenn jemand klüger und besser informiert ist als ich, freue ich mich aber immer über gute Tipps und Hinweise.
          Ein völlig normaler Vorgang. Wenn jemand einfach nur klüger ist, daran andere aber nicht teilhaben lassen möchte, ist das natürlich auch sein gutes Recht. Dann dauert es halt für alle etwas länger.

          Herzlichen Gruß und einen sonnigen Tag dir.

          Nicole

          Antworten
    • „Dennoch ist es ohne Weiteres absolut möglich, selbst Hefe herzustellen und backtechnisch eben erfolgreich zu sein.“

      Und wie geht es richtig? Bitte etwas Konstruktives!

      Antworten
  6. Also mein Versuch ist gescheitert.
    Sehr schade…..
    Der Teig ging überhaupt nicht auf obwohl ich ihn länger gehen hab lassen. Ich hab mich an die Angaben gehalten und die Wassermenge reduziert etc….
    Mein Brot ist ungenießbar und total speckig. Schade um die Zeit und der verwendeten Zutaten…..

    Antworten
  7. Hallöchen, also ich habe es ebenfalls probiert und habe Hefeweizen genommen. Und da auch extra den letzten Schluck aus der
    Flasche da da ja am meisten Hefe drin war u d ich muss sagen mein Toastbrot ist nix geworden.
    Der Teig ist null aufgegangen nach 4 std gehzeit und backen lassen hat er sich sich nicht.
    Sehr schade um das schöne teure dinkelmehl.
    An was kann das liegen.
    Habe die Bierhefe 16 oder 18 std ruhen lassen.
    Vg

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